Felix von Luschan, Emma von Luschan mit etwa vierjährigem Mädchen aus Französisch-Guayana, Berlin, Deutsches Reich (heute Deutschland) 1892, Albumin auf Karton, 11,7 × 7,7 cm

Überleben im Bild. Wege aus der Anonymität anthropologischer „Typenfotografien“ in der Sammlung Emma und Felix von Luschan

Eröffnung: 29.07.2021 14:00h

Ausstellungsdauer: 30.07.2021 – 21.01.2022

Dauer: 30.07.2021- 21.01.2022

Eine heute fanatisch anmutende Sammeltätigkeit von Daten über vermeintlich untergehende indigene Kulturen in allen Weltregionen bestimmte Ethnografie und Anthropologie des späten 19. Jahrhunderts. Anhand der Unterscheidung „typischer“ Merkmale wollte man Entwicklungslinien der Menschheitsgeschichte sichtbar machen, die durch die Ausbreitung des Kolonialismus ausgelöscht zu werden drohten. Auch für das österreichische Forscherpaar Emma und Felix von Luschan spielte bei dieser Arbeit die Fotografie eine zentrale Rolle.
Die Ausstellung untersucht die Herstellungsbedingungen dieser Fotografien zwischen Expedition und Völkerschau sowie ihren Tausch unter Wissenschaftlern und den Erwerb in lokalen kommerziellen Studios. Vor allem aber widmet sie sich den Biografien einiger bisher nur als Vertreter eines „Typus“ wahrgenommener Menschen aus fernen Ländern. Schließlich stellt ein Blick auf die Selbstdarstellung von Emma und Felix von Luschan im Lichtbild die Frage nach dem Verhältnis zwischen Forschenden und Beforschten neu.
Ausstellung und Publikation entstanden in Zusammenarbeit mit dem Department für Evolutionäre Anthropologie der Universität Wien.

Kuratorin der Ausstellung: Katarina Matiasek

AUSSTELLUNGSMATERIALIEN: Hier finden Sie Materialen zur Ausstellung und zur Begleitpublikation:

Ausstellungsansichten von Christian Wachter
Handout (Pdf)
– Leseprobe aus dem Katalog (Pdf)
Postkarte


PUBLIKATION: Zur Ausstellung erscheint eine Publikation:

Katarina Matiasek (Hg.): Überleben im Bild. „Rettungsanthropologie“ in der fotografischen Sammlung Emma und Felix von Luschan (= Beiträge zur Geschichte der Fotografie in Österreich, Band 21), Salzburg: Fotohof edition 2021, 192 Seiten mit 163 Abbildungen in Farbe und Schwarzweiß [Leseprobe]

BEGLEITPROGRAMM: Im Rahmen der Ausstellung finden Vorträge mit Katarina Matiasek, Peter Rohrbacher und Hilke Thode-Arora statt. Alle Vorträge werden auch als Livestream angeboten, den Einladungslink können Sie per E-Mail anfordern. Zudem gibt es je nach Bedarf Kuratorenführungen, die im Kalender angekündigt werden.

Aufgrund der beschränkten Plätze bitten wir um Voranmeldung: T. +43-1/236 02 93-40 oder info@bonartes.org. Die Besichtigung der Ausstellung ist jederzeit gegen Voranmeldung möglich, Führungen nach Vereinbarung. Sowohl für den Ausstellungsbesuch wie für die Vorträge gelten die gesetzlichen Vorschriften hinsichtlich Covid-19.

Photoinstitut Bonartes, Seilerstätte 22, A-1010 Wien
www.bonartes.org

Zurück